Heute möchte ich mit dir zu einem Thema in den Austausch gehen, das mir in meiner Arbeit mit Teams immer wieder begegnet: Neid und Missgunst.
Sie zeigen sich darin, anderen ihren Erfolg nicht gönnen zu können. Sich ständig benachteiligt zu fühlen. Sich mit anderen zu vergleichen und dabei das Gefühl zu haben, selbst zu kurz zu kommen. Sie äußern sich in Lästereien, Gerede hinter dem Rücken und kleinen Seitenhieben. Und sie können der Ausgangspunkt einer ganzen Kaskade von Konflikten und destruktiven Dynamiken sein.
Doch was steckt eigentlich dahinter?
Neid – woher kommt er?
Neid ist Ergebnis unseres eigenen Minderwertes. Also dem Gefühl, uns selbst als weniger wert zu empfinden als andere.
Dieses Gefühl tragen viele Menschen in sich. Es zeigt sich allerdings auf ganz unterschiedliche Weise.
Manche versuchen, ihren gefühlten Minderwert durch Perfektion zu kompensieren. Andere müssen immer recht haben oder treten besonders laut auf. Wieder andere übernehmen für alles die Schuld oder tun sich schwer damit, über ihre Gefühle zu sprechen. Wir alle entwickeln unterschiedliche Strategien, um mit unseren inneren Unsicherheiten umzugehen. Manchmal tragen wir dabei gleich mehrere Masken – je nachdem, in welcher Situation wir uns befinden.
Kommen wir zurück zum Neid.
Vielleicht bist du manchmal neidisch auf jemanden. Weil er oder sie besser aussieht, mehr Geld hat, den vermeintlich cooleren Partner, den attraktiveren Job, das größere Auto oder die interessanteren Urlaubsdomizile.
Was passiert in diesem Moment in dir?
Du vergleichst dich. Du schaust auf das, was der andere hat, kann oder erreicht hat, und auf das, was dir vermeintlich fehlt. Und das triggert in dir das Gefühl, selbst nicht gut genug zu sein. Weniger wert zu sein als andere.
Und genau hier beginnt ein Spiel, das du vermutlich gar nicht bewusst gewählt hast.
Denn wenn du deinen eigenen gefühlten Minderwert nicht spüren möchtest, kannst du versuchen, ihn zu überdecken, indem du andere abwertest. Du suchst nach ihren Schwächen, redest ihren Erfolg klein oder erklärst, warum sie etwas eigentlich gar nicht verdient haben.
Du wertest den anderen ab, um deinen eigenen gefühlten Minderwert nicht infrage stellen zu müssen.
Kannst du mir folgen?
Lies den letzten Absatz gern noch einmal langsam. Und dann schau einmal ehrlich hin: Was geschieht da eigentlich?
Du fühlst dich im Vergleich mit einem anderen Menschen kleiner. Statt dich mit diesem Gefühl auseinanderzusetzen, machst du den anderen kleiner. Vielleicht verschafft dir das für einen Moment Erleichterung. Doch an deinem eigenen Gefühl verändert sich dadurch nichts.
Du hältst dich selbst in einer Dynamik gefangen, in der du deine Aufmerksamkeit auf andere richtest, anstatt dich dir selbst zuzuwenden.
Du kannst jederzeit aufhören, neidisch zu sein.
Ich würde dir an dieser Stelle gern eine Frage stellen. Wann beendest du das destruktive Spiel mit dir selbst? Wann hörst du auf, dich durch Vergleiche kleinzuhalten? Wann hörst du auf, deine eigene Größe, deine Stärken und deine Potenziale hinter dem zurückzustellen, was andere haben oder erreichen?
Denn genau das geschieht, wenn du deinen gefühlten Minderwert zum Maßstab machst: Du begrenzt dich selbst. Du hältst dich zurück und verhinderst, dass sich das entfalten kann, was in dir steckt.
Stell dir einmal vor, du zwängst dich selbst in einen viel zu kleinen Karton und hältst ihn von außen zu. Du machst dich klein, nimmst dir den Raum zum Atmen und schränkst deine Bewegungsfreiheit ein. Und während du in deinem Karton sitzt, beobachtest du andere Menschen, die um dich herum singen, lachen und ihr Leben genießen. Du beneidest sie um ihre Freiheit. Du ärgerst dich darüber, dass sie sich so selbstverständlich bewegen. Und schließlich machst du sie dafür verantwortlich, dass du selbst in deinem Karton gefangen bist. Absurd, oder?
Und doch tun wir genau das, wenn wir andere für unser eigenes Gefühl der Unzulänglichkeit verantwortlich machen, statt uns zu fragen, was wir selbst verändern können.
Beende das Spiel des Minderwertes
Beende das Spiel des Minderwertes, das du mit dir spielst.
Hör auf, deine Eltern, dein bisheriges Leben oder andere Menschen für alles verantwortlich zu machen, was dich heute klein hält. Natürlich prägen uns unsere Erfahrungen. Doch du musst nicht warten, bis du jede Ursache verstanden hast, bevor du beginnst, etwas zu verändern.
Du hast zu jedem Zeitpunkt in deinem Leben die Möglichkeit, Spiele, die du mit dir spielst, durch eine klare Entscheidung zu beenden.
Du musst nicht erst jahrelang analysieren, wann du dieses Spiel begonnen hast und warum du es spielst. Du darfst dich damit auseinandersetzen, wenn es dir hilft. Aber du musst nicht darauf warten, dass du alles verstanden hast, bevor du anders handelst.
Denn all das kann deinen Fokus weiterhin auf das Spiel richten. Und du erinnerst dich: Alles, was wir in den Fokus nehmen, gewinnt an Kraft. Entscheide ganz bewusst, dass du das Spiel beendest. Und verändere deine Handlung, dein Verhalten.
- Hör auf, andere abzuwerten. Lenke stattdessen deinen Fokus auf dich.
- Fang an, das zu schätzen, was dich und dein Leben ausmacht.
- Sorge für dich. Verwöhne dich. Löse dich von Menschen und Situationen, die dir nicht guttun.
- Feier dich! Lobe dich! Betrachte dich mit dem Blick der Liebe.
Schreibe deine Stärken auf. Führe ein Tagebuch und notiere jeden Abend, wofür du dich selbst und den Tag heute schätzt. Nimm wahr, was dir gelingt. Erkenne an, was du bereits geschafft hast. Und erlaube dir, stolz auf dich zu sein. Fang an, dich anzunehmen und zu lieben, statt von anderen zu erwarten, dass sie dir das Gefühl geben, wertvoll zu sein. Wie soll das gehen, wenn du es selbst nicht tust? Denn …
COACHING BuchenDas Leben ist ein Spiegel unseres Inneren
Wenn du dich oder Teile von dir ablehnst, werden es andere tun.
Wenn du dich nicht schätzt, werden andere es nicht tun.
Wenn du deinen Wert nicht erkennst, werden andere ihn nicht erkennen.
Und wenn du dich nicht selbst liebst, wirst du immer abhängig von der Liebe anderer sein.
Daran ändern auch dein Neid und deine Missgunst nichts.
Minderwert, Neid und Missgunst sind sehr destruktive Energien. Sie zerstören ein vertrauensvolles Miteinander in der Familie, im Team und in der Gesellschaft. Vor allem aber halten sie dich klein und verhindern, dass dein Leben an Liebe, Leichtigkeit und Fülle gewinnt und du das entfaltest, was in dir steckt. Deine Größe.
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