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Festgefahren im Leben? 4 Leitfragen, die dir Veränderung bringen

Von Sabine Walter

7 Min.

Kennst du dieses Gefühl? Eigentlich alles in Ordnung. Du bist gesund. Der Job läuft wie immer. Du bist recht erfolgreich, das Geld passt. Es gibt keine größeren Sorgen – und trotzdem fühlt sich dein Leben gerade nicht stimmig an. Noch kannst du nicht greifen, woran das liegt. Aber tief in dir ist die Sehnsucht nach Veränderung.

Wenn du dich angesprochen fühlst und dieser Sehnsucht nachgehen möchtest, dann nutze gern folgende vier Leitfragen:

Die Essenz

4 Leitfragen für mehr Authentizität in deinem Leben

  • Was will ich in meinem Leben wirklich?
  • Wer ist mir in meinem Leben wirklich wichtig und warum?
  • Was gibt mir Energie? Was nimmt mir Energie?
  • Was ändere ich konkret in meinem Alltag für die nächsten 21 Tage?

Frage 1: Was will ich in meinem Leben wirklich?

Das Schlüsselwort in dieser Frage ist „wirklich“. Nicht: Was sollte ich wollen? Nicht: Was wird von mir erwartet? Sondern: Was will ich?

Von welchem Leben hast du als Kind immer geträumt? Was wolltest du alles erleben? Was wolltest du werden?

Viele Menschen haben sich diese Frage seit Jahren nicht mehr gestellt – weil der Alltag keinen Raum dafür lässt oder weil die Antwort mit einer großen Veränderung und damit mit Unsicherheit verbunden sein könnte. Doch solange du sie nicht beantwortest, riskierst du,  keine Entscheidungen aus dem Herzen zu treffen und ein Leben zu leben, das nicht wirklich dir und deinen innersten Vorstellungen entspricht.

Nimm dir 20 Minuten ungestörte Zeit und schreibe frei auf, wie ein stimmiger Tag in deinem Leben aussehen würde ohne dich von deiner heutigen Situation begrenzen zu lassen. Wo wachst du auf? Womit verbringst du deine Zeit? Mit wem? Achte beim Schreiben weniger auf die Fakten als auf das Gefühl: Wo wird es warm in dir? Was von dem, was du schreibst, fühlt sich leicht an? Wo sprudeln die Gedanken nur so? Da liegt eine Spur zum wirklichen Ich.

Falls du eher kreativ arbeitest, kannst du auch eine Collage erstellen. Bist du eher der Mindmap-Typ, dann arbeite damit. Nutzen für den Fluss deiner Gedanken das Medium, was dich dabei unterstützt.

Beispiel: Was will ich in meinem Leben wirklich?

Max liebt es zu fotografieren. Als Kind wollte er Fußballstar werden. Außerdem liebt er es mit seinem Hund stundenlang durch den Wald zu spazieren – ohne Ziel und ohne Zeitgefühl.

Er hat gern viel Menschen um sich und liebt es, mit dem Mountainbike die Berge runterzudüsen.

Sein Job als Einkäufer erfüllt ihn nicht mehr. Das einzige, was ihn fasziniert, ist das Verhandeln. Und darin ist er richtig gut. Er schafft es, super Konditionen zu erwirken und dennoch verlassen alle den Verhandlungstisch mit einem Gefühl, als hätten sie gewonnen.

Frage 2: Wer ist mir in meinem Leben wirklich wichtig und warum?

Diese Frage hilft dir, deinen Beziehungen näher zu beleuchten. Vor allem auch, deine Beziehung zu dir selbst. Wo fühlt sich die Beziehung zu anderen Menschen leicht und unbelastet an? Wo engt sie dich ein? Mit wem verbringst du nur Zeit, weil eine Instanz in dir der Meinung ist, dass du dies musst? Wo auf der Liste steht dein Name?

Identifiziere die Menschen, die dir wirklich am Herzen liegen und ergründe, warum das so ist? Was geben Sie dir? Welche Qualitäten bringen sie in dein Leben?

Dann stelle dir die Frage: „Was wäre, wenn ich alle diese Qualitäten selbst in mir habe und sie nur freilegen müsste, wer würde dann übrig bleiben?“

Hast du diese Menschen identifiziert, dann schau ehrlich auf deinen letzten Monat und frage dich: Wie viel Zeit und Energie haben diese Menschen von mir tatsächlich bekommen? Die Differenz zwischen beiden Listen zeigt dir sehr präzise, wo dein Leben aus der Balance geraten ist und für wen du zukünftig mehr Zeit einräumen darfst.

Beispiel: Wer ist mir in meinem Leben wirklich wichtig und warum?

Im ersten Schritt hat Max sehr viele Namen notiert. Er hat einen großen Freundeskreis. Doch bei der Frage „warum“ fällt ihm nur ein „weil das immer schon so war“. Max hat sich nie Gedanken gemacht, warum er mit diesen Menschen Zeit verbringt.

Aber wenn er jetzt länger darüber nachdenkt, fällt ihm auf, dass er bei diesen Treffen auch nie wirklich mit dem ganzen Herzen präsent ist. Er ist halt dabei. Körperlich. Gedanklich ist er oft ganz weit weg.

    Frage 3: Was gibt mir Energie? Was nimmt mir Energie?

    Diese Frage hilft dir dabei, deine Prioritäten zu verändern und perspektivisch alles loszulassen, was dir Energie nimmt. Denn: Dinge, die dir Energie nehmen, kommen nicht aus deinem Herzen und entsprechen nicht deinem ureigensten Sein.

    Dein Körper hat das bereits erkannt und entzieht diesen Dingen Energie, um dir zu signalisieren, dass dort Veränderungsbedarf besteht. Folge deinem Körper und überlege, welche Entscheidungen du jetzt schon treffen kannst, um mehr Zeit und Raum für das zu erhalten, was dir Energie gibt.

    Energieräuber sind nicht immer die offensichtlichen Dinge. Manchmal sind es Glaubenssätze wie „Ich darf nicht Nein sagen“ oder „Ich muss es allen recht machen“, die uns im Hintergrund Kraft kosten und neue Potenziale von dir blockieren.

    Führe eine Woche lang eine einfache Energiebilanz. Notiere abends in zwei Spalten: Was hat mir heute Energie gegeben? Was hat mir Energie genommen? Beziehe bei deiner Betrachtung auch Lebensmittel ein. Nach sieben Tagen siehst du Muster – und diese Muster sind konkreter Ansatzpunkt für Veränderung. Der Weg aus dem Festgefahrensein beginnt damit, einen einzigen Energieräuber zu verringern oder ganz loszulassen.

    Frage 4: Was konkret ändere ich in meinem Alltag für die nächsten 21 Tage?

    Die ersten drei Fragen geben dir wertvolle Impulse, wo du dein Verhalten ändern darfst, um mehr zu dir und deinem wahren Selbst zu finden. Doch das Bewusstsein allein reicht für den Wandeln nicht aus. Es gilt, das Tun zu verändern.

    Und da ist meine klare Empfehlung an dich: Suche dir eine Sache raus und ziehe diese konsequent für 21 Tage durch. Vielleicht suchst du dir am Anfang auch eine Sache raus, deren Umsetzung, dich max. 1-2 Minuten am Tag kostet. Vielleicht ist es auch etwas, das gar keine Extra-Zeit von dir abverlangt, sondern nur ein liebgewonnenes Ritual verändert, z.B. erst frühstücken und dann den Kaffee trinken oder morgens einmal bewusst deinen Körper wahrnehmen, bevor du aufstehst. Oder du wählst einen anderen Weg ins Büro als sonst.

    Wichtig ist, dass die Veränderung leicht ist und mit der Leichtigkeit auch die Freude einkehren kann. Es geht nicht darum, noch mehr zu leisten. Es geht darum, mit kleinen Veränderungen aus dem Herzen heraus dein Leben fließender zu machen. Vielleicht ist dein Körper dabei für dich ein guter Impulsgeber und signalisiert dir, welche Veränderung ihm gut tun würde. Folge diesem Gespür.

    Viel Freude auf deinem Weg!

    Wenn du spürst: Allein komme ich hier nicht weiter

    Die vier Leitfragen sind ein kraftvoller Anfang. Und gleichzeitig weiß ich aus fast 20 Jahren Begleitung von Menschen in Veränderungsprozessen: Manchmal reichen Fragen allein nicht aus. Nämlich dann, wenn alte Muster und blockierende Glaubenssätze immer wieder dazwischenfunken – wenn du zwar weißt, was du willst, aber nicht ins Handeln kommst.

    Um in solchen Situationen einen Sparringspartner zu haben, der dich auch motiviert dran zu bleiben, dafür dient ein Coaching. Und wenn du dich dafür entscheidest, mit mir zu arbeiten, schauen wir nicht nur auf die Symptome, sondern immer auf die Ursache. Dadurch verändert sich wirklich etwas in deinem Leben.

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