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Foto | Ruth Schmoldt

Find your flow

Von Sabine Walter

5 Min.

Wie du innere Konflikte löst und deinen ganz persönlichen Flow findest

Kennst du das Gefühl, wenn dein Bauch schon längst weiß, was du willst – und dein Kopf dir tausend Gründe liefert, warum das keine gute Idee ist?

Dieser innere Dialog kann anstrengend sein.

Doch gerade darin steckt eine große Chance: Wenn Kopf und Bauch in Einklang kommen, entsteht Flow – ein Zustand von Leichtigkeit und Klarheit.

Ich lade dich ein, deinen eigenen Flow zu finden und damit mehr Leichtigkeit und Lebensfreude in deinem Leben zu spüren.

Die Essenz

In 9 Schritten zu mehr Flow und Leichtigkeit

  • Notiere: In welchen Lebensbereichen sind Kopf und Bauch nicht im Einklang?
  • Öffne den Dialog und befrage Kopf und Bauch getrennt voneinander. Leitfragen für diese „Interviews“ findest du im Artikel.
  • Nimm wertfrei war, was Kopf und Bauch (bzw. Herz) sagen.
  • Wenn der Kopf Ängste formuliert, frage dich, ob diese real sind oder eher Projektionen aus bereits Erlebtem.
  • Wenn es Projektionen sind, dann triff die Entscheidung, dass du die Situation aus dem Jetzt heraus beurteilst und spüre, was das mit dem Impuls, den dein Bauch dir sendet, macht. Wird er größer? Zeigen sich mehr Details oder Wege? Nimm, was dir geschenkt wird.
  • Triff eine Entscheidung, welchen Weg du einschlagen möchtest und mach dir die Ressourcen bewusst, die dich auf diesem Weg unterstützen.
  • Geh einen ersten Schritt im Vertrauen, dass du danach die Situation neu anschaust. So wird aus einer vermeintlich nicht zu überblickenden Veränderung ein Weg mehrerer kleiner Schritte.
  • Erkenne dich für deinen Mut an.
  • Spüre, was sich in deinem Leben verändert, wenn du mehr und mehr Entscheidungen aus dem Bauch bzw. Herzen triffst.

Schritt 1 Disbalancen zwischen Kopf und Bauch erkennen

Der erste Schritt beginnt mit einer einfachen Frage: In welchen Bereichen deines Lebens gibt es Spannungen zwischen Kopf und Bauch. Wo möchte der Bauch verändern, der Kopf aber listet dir die Risiken auf und empfiehlt dir, alles beim Alten zu lassen.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, lade ich dich zu folgender Übung ein:

Übung: Dein Bauch darf sprechen

  • Nimm dir einen Post-it Block.
  • Schreibe alles auf, was dein Bauch dir zur Frage sendet. Ohne Bewertung, ohne Filter.
  • Dein Kopf darf in dieser Übung Pause machen.
Viele bunte Post-its auf einer hellen Fläche
Kier Insight Archives on Unsplash

Es dürfen völlig unterschiedliche Themen auftauchen, z. B.:

  • Familienzeit
  • Zeit mit Freunden
  • Sportpensum
  • Neuer Job
  • Kontakt mit den Eltern
  • Paarzeit
  • Renovierung
  • Kommunikation im Team

Vielleicht sind es bei dir ganz andere Dinge. Wichtig ist: Folge deinem Gespür.

Schritt 2: Den Dialog eröffnen

Wähle das Post-it, das sich am stärksten in den Vordergrund drängt. Wo wäre es besonders wertvoll, Harmonie zwischen Kopf und Bauch herzustellen?

Übung: Kopf und Bauch befragen

Nehmen wir als Beispiel den Bereich „Kontakt mit den Eltern“.

Fragen an den Bauch:

  • Welchen Zustand strebst du, Bauch, in diesem Bereich an?
  • Warum ist dieser Zustand aus deiner Sicht erstrebenswert?
  • Welches Potenzial eröffnet sich dadurch aus deiner Sicht in meinem Leben, hätte ich diesen Zustand erreicht?

Achte bei Frage 2 auch auf dein Körpergefühl: Wird dein Atem tiefer, dein Brustkorb weiter, spürst du Wärme? Nimm diese Signale bewusst wahr.

Fragen an den Kopf:

  • Wenn du, Kopf, diese Antworten liest, welche Sorgen und Ängste entstehen bei dir?
  • Was ist das Schlimmste, was aus deiner Sicht passieren kann, wenn ich einen ersten Schritt in die neue Richtung gehe?
  • Auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10 (stark) wie stark gefährdet dieser Schritt meine Existenz?
  • Wie müsste der erste Schritt aussehen, um eine Existenzgefährdung auszuschließen und die Chance auf ein neues Potenzial zu eröffnen?

Vielleicht lautet dieser erste Schritt, die Eltern einfach zu fragen: „Wie geht es euch?“ – und mit offenem Herzen zuzuhören. Nicht mehr. Danach spüre bewusst nach: Wie fühlt sich das für Kopf und Bauch an?

Schritt 3: Dein individueller Weg

Die in diesem Artikel beschriebene Vorgehensweise soll dir als Impuls dienen, um deinen eigenen Weg zu finden, Balance zwischen Kopf und Bauch herzustellen.

Natürlich kannst du jedes deiner Post-its nach diesem Vorgehen bearbeiten. Vielleicht entstehen aber beim Arbeiten auch ganz eigene Fragen oder Methoden, die dich deinem Flow näherbringen. Bleib neugierig und vertraue dir und deinem Gespür.

Fazit: Let it Flow

Kopf und Bauch sind zwei Instanzen unseres Körpers, die manchmal nicht im Einklang sind. Der Bauch bzw. das Herz öffnet sich für Neues und der Kopf ist der Bewahrer des Alten und Vertrautem. Sobald du Kopf und Bauch bewusst einlädst, ins Gespräch zu kommen, erkennst du die Muster, die hinter den Gedanken des Kopfes liegen. Ganz oft geht es um Ängste.

Als Moderator bzw. Moderatorin zwischen Kopf und Bauch nimmst du eine neutrale Haltung ein, die es dir ermöglicht, aus der Distanz heraus, auf diese Muster zu blicken. Bleib wertfrei und wertschätzend – so wie eine geübte Moderatorin oder ein erfahrener Moderator das ebenfalls machen würde.

Dadurch darf sich zeigen, was ist. Und in diesem Zeigen liegt der erste Schritt für den WAndel hin zu mehr Balance – hin zu mehr Bauch.

Wenn du regelmäßig den Dialog zwischen Kopf und Bauch führst, wirst du merken: Entscheidungen fallen leichter, Spannungen lösen sich, und dein Leben fließt in deinem Sinn und dein Bauch oder besser gesagt, dein Herz, gewinnt an Präsenz in deinem Leben. Und mit dem Herzen kommen mehr Leichtigkeit und Lebensfreude zu dir.

In diesem Sinne: Let it flow!